Die Angehörigengruppe der Perspektive Zehlendorf e. V.

1992 wurde auf Initiative des therapeutischen Teams der ehemaligen Station für mittel- bis längerfristig Kranke der Waldhausklinik eine Angehörigengruppe gegründet. Gruppenmitglieder waren Eltern und Angehörige von Patienten der damaligen Langzeitstation. Seit Schließung der Station 1996 wurde diese Angehörigengruppe von der Perspektive Zehlendorf weiter getragen.

Es handelt sich um eine offene Gruppe mit relativ stabilem Kern, die sich regelmäßig einmal im Monat trifft, bei Bedarf auch häufiger. Die Gruppengröße schwankt zwischen 10 und 15 Personen. Die Gruppe trifft sich einmal monatlich - jeden zweiten Mittwoch im Monat - um 18:00 Uhr im Mittelhof.

Sie tagt unter Leitung der Ärztin für Psychiatrie und Neurologie Frau Dr. Bade-Schipke bis ca. 20:00 Uhr. Grundlage der Arbeit ist die Aussprachemöglichkeit in einer offenen und vorurteilsfreien Atmosphäre. Dabei wird ein Basiswissen vermittelt, wird das Bedürfnis nach Information und Beratung gestillt und werden verhaltensorientierte Lösungshinweise und Bewältigungsstrategien diskutiert. Der Erfahrungsaustausch mit anderen Betroffenen hilft die Isolation sowie Schuld- und Schamgefühle zu überwinden.

Nach langjähriger Gruppenerfahrung lässt sich zusammenfassend sagen, dass die gemeinsame Arbeit zu einer Entspannung der Familienatmosphäre und emotionalen Entlastung – insbesondere in Krisensituationen – beigetragen hat.

Der Zuwachs an Wissen um die biologischen und psychosozialen Bedingungsfaktoren der schizophrenen Verletzlichkeit, über Wirkungen bzw. Nebenwirkungen von Medikamenten, bzw. Neuroleptika, sowie das Erkennen von individuellen Frühwarnsignalen wirken sich Rückfall vorbeugend aus. Wir, die Angehörigen, haben gelernt, die Grenzen unserer Belastbarkeit besser zu erkennen und zu akzeptieren. Immer wieder von Neuem müssen wir uns damit auseinandersetzen, dass unser „Kind“ krank ist. Wir müssen nach Lösungen suchen, um mit dieser Situation in der Familie fertig zu werden. Nach wie vor fällt es uns schwer, die nötige Ruhe und Gelassenheit auszustrahlen. Dabei helfen uns auch die persönlichen Kontakte und Freundschaften, die aus der Gruppenarbeit entstanden sind.

Daneben beschäftigen uns folgende Themen und Fragen:

  • das Verhältnis zwischen kranken und gesunden Geschwistern
  • das Verhältnis von Angehörigen zu Verwandten und die Frage, was offenbart werden soll
  • die Wohn- und Unterbringungsmöglichkeiten bei unterschiedlichen Betreuungsbedürfnissen finanzielle Hilfe, da die Angehörigen seit einigen Jahren verstärkt zum Unterhalt herangezogen werden. Dadurch ergeben sich von Fall zu Fall starke zusätzliche Belastungen
  • Arbeitsmöglichkeiten im beschützten Rahmen die Ausgestaltung des Testaments der Eltern, z.B. wenn kranke und gesunde Geschwister vorhanden sind
  • die Auswirkungen der sich ständig ändernden gesetzlichen Vorschriften

Anfragen bitte an Dr. Petra Bade-Schipke vor Ort

oder

Perspektive Zehlendorf e. V.
Holger Lange-Stede
Lissabonallee 6
14129 Berlin
Telefon 030 - 80 58 93 65

pz(_AT_)perspektive-zehlendorf.de

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